Referenz

Betoninstandsetzung Berliner Olympiastadion

Die WISSBAU Beratende Ingenieurgesellschaft mbH war maßgeblich an der Betoninstandsetzung des Berliner Olympiastadions beteiligt. Das denkmalgeschützte Bauwerk, das 1936 errichtet wurde und seitdem unzählige sportliche und kulturelle Großereignisse beherbergt hat, erforderte eine umfassende Sanierung, um seine langfristige Sicherheit und Nutzung sicherzustellen.

  1. Ausgangslage und Herausforderungen
    Das Berliner Olympiastadion steht als bedeutendes Wahrzeichen Deutschlands unter Denkmalschutz. Der Beton des historischen Bauwerks war über die Jahrzehnte erheblichen Umwelteinflüssen ausgesetzt, was zu Schäden wie Rissen, Abplatzungen und Korrosion der Bewehrung führte. Die Herausforderung bestand darin, eine Sanierungslösung zu finden, die den denkmalpflegerischen Anforderungen gerecht wird, ohne die Funktionalität des Stadions einzuschränken.
  2. Bestandsaufnahme und Schadensanalyse
    Unsere Ingenieurleistung beinhaltete eine umfassende Bestandsaufnahme von allen ca. 11.000 Betonbauteilen, bei der der Zustand des Betontragwerks eingehend hinsichtlich der Betongüte, des Bewehrungsgehaltes und der Alterung (Karbonatisierung/Chloridbelastung) untersucht wurde. Mittels visueller Begutachtung, Materialprüfungen und moderner zerstörungsfreier Prüfmethoden, wie der Radar- und Ultraschalltechnik, konnten wir den Ist-Zustand detailliert erfassen. Diese Schadensanalyse war die Grundlage, um die Ursachen der Betonalterung zu verstehen und eine zielgerichtete Sanierungsstrategie zu entwickeln.
  3. Entwicklung eines maßgeschneiderten Instandsetzungskonzepts
    Auf Basis der Analyse wurde ein spezifisches Instandsetzungskonzept entwickelt, das sowohl die Anforderungen der Denkmalschutzbehörde als auch die hohen Belastungen durch die regelmäßige Nutzung des Stadions berücksichtigte. Ziel war es, eine dauerhafte Lösung zu finden, die die Tragfähigkeit des Bauwerks langfristig sicherstellt und gleichzeitig den historischen Charakter bewahrt.
  4. Umsetzung der Instandsetzungsmaßnahmen
    Die Betoninstandsetzungsarbeiten umfassten die Sanierung beschädigter Betonflächen, den Austausch und die Ergänzung von Bewehrungselementen sowie den Auftrag von speziellen Korrosionsschutzsystemen. Besondere Maßnahmen wurden ergriffen, um die Arbeiten möglichst störungsfrei während der Nutzung des Stadions durchzuführen. Hierbei war eine enge Abstimmung mit den Betreibern und weiteren Beteiligten notwendig, um Veranstaltungen im Stadion nicht zu beeinträchtigen.
  5. Bauüberwachung und Qualitätssicherung
    Während der gesamten Bauphase übernahm die WISSBAU Beratende Ing.-GmbH die Bauüberwachung und Qualitätssicherung. Durch regelmäßige Kontrollen und die Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachfirmen stellten wir sicher, dass die Sanierungsmaßnahmen gemäß den höchsten Standards und den Anforderungen der damals gültigen DAfStb-Instandsetzungsrichtlinie möglichst umgesetzt wurden. Aufgrund der Besonderheit des Betonalters mussten aber auch häufig Sonderlösungen zur Einhaltung des Denkmalschutzes umgesetzt werden, die technisch und wissenschaftlich hergeleitet wurden.
  6. Abschluss und Dokumentation
    Nach Abschluss der Instandsetzungsarbeiten erfolgte eine gründliche Abnahme des sanierten Bauwerks sowie die Erstellung einer umfassenden Baudokumentation. Diese dient nicht nur als Nachweis der durchgeführten Maßnahmen, sondern bildet auch die Grundlage für zukünftige Wartungsarbeiten am Olympiastadion.
 

Ergebnis: Ein nachhaltig instandgesetztes Wahrzeichen
Dank unserer fachlichen Expertise und der intensiven Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten konnte das Berliner Olympiastadion erfolgreich instandgesetzt werden. Die getroffenen Maßnahmen sorgen dafür, dass dieses einzigartige Bauwerk auch weiterhin sicher genutzt werden kann und zukünftige Generationen die Geschichte und die Atmosphäre dieses bedeutenden Ortes erleben können.